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10.10.2008

Neue Kooperation hilft älteren Unfallopfern

Die Medizinische Hochschule Hannover hat einen Vertrag mit dem Krankenhaus Lindenbrunn geschlossen. Der Zweck dahinter: eine bessere Rehabilitation von älteren Unfallopfern.
 
Wer älter wird, kommt um manches Zipperlein nicht herum: Der Gang wird unsicherer, die Koordinationsfähigkeit lässt nach, und oft stellen sich Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes ein. Wenn dann noch ein Unfall geschieht, kommen Senioren deutlich schwerer wieder auf die Beine als 20- oder 30-Jährige. Um die Rehabilitation von älteren Unfallopfern zu verbessern, hat die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) jetzt einen beispielhaften Kooperationsvertrag mit dem auf Senioren spezialisierten Krankenhaus Lindenbrunn in Coppenbrügge (Landkreis Hameln-Pyrmont) abgeschlossen. Etwa 80 Patienten pro Jahr sollen von der krankenhausübergreifenden Zusammenarbeit profitieren.

"In der MHH beginnen wir am Tag nach der Operation mit einer individuell abgestimmten Rehabilitation", erklärt der Leiter der Klinik für Unfallchirurgie, Prof. Christian Krettek. "Es wäre tragisch, wenn die kontinuierliche Behandlung mit dem Verlassen der Klinik abbrechen würde." Doch gerade bei älteren Patienten sei es nicht immer einfach, schnell eine passende Einrichtung zu finden, sagt der Unfallchirurg. Die meisten Reha-Kliniken behandelten vor allem Patienten nach Knie- oder Hüftgelenksoperationen. "Und es ist leider der typische Zustand, dass zwischen Akutklinik und Reha-Krankenhaus keine Kommunikation stattfinde"“, ergänzt MHH-Vizepräsident Andreas Tecklenburg. Der Kooperationsvertrag sieht daher auch eine frühzeitige gemeinsame Planung der Rehabilitationsschritte vor.

Der 73-jährige Horst Lüneburger, der im Juli bei einem Autounfall sieben Knochenbrüche erlitten hatte, gehört zu den ersten Patienten, die von dem Konzept profitieren konnten. Der Hannoveraner kann voraussichtlich trotz seiner schweren Hüft-, Oberschenkel- und Knieverletzungen Ende Oktober wieder auf seinen eigenen Beinen stehen. Auch eine Komplikation, bei der sich die Fixation der Brüche gelockert hatte, hatteManfred Gogol, Chefarzt der geriatrischen Klinik im Krankenhaus Lindenbrunn, erkannt und den Rentner zur Nachoperation zurück an die MHH geschickt. "Sogar mein Blutdruck hat sich in der Reha nochmal verbessert", sagt Lüneburger, der sich schon darauf freut, im Frühjahr seinen Garten selbst bestellen zu können.

Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 10. Oktober 2008






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