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23.08.2016

Wenn sich das Leben schlagartig ändert…

Selbsthilfegruppen unterstützen Schlaganfall-Patienten und deren Angehörige
 
In Deutschland erleiden etwa 270.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall. Er gehört zudem zu einer der häufigsten Todesursachen und ist somit eine der bedeutendsten Erkrankungen unserer Zeit. Bei einigen Betroffenen bleiben schwere körperliche Behinderungen zurück. Andere hingegen haben Gesichtsfeld- oder Sehfeldeinschränkungen, auch Sprachstörungen können die Folge sein. "Die Folgen eines Schlaganfalls sind vielfältig", weiß Ullrich Weber, Leiter der Schlaganfall-Selbsthilfegruppe Lehrte-Burgdorf und zugleich Vorsitzender des Schlaganfall Landesverbandes Niedersachsen e.V. (SLN). Er selbst hat vor 14 Jahren einen Schlaganfall erlitten.

Genauso wie für den Betroffenen selbst, ist dieser plötzliche, neue Lebensumstand auch für Angehörige und Freunde eine Überforderung. Unterstützung erfahren Hilfesuchende hierbei von Selbsthilfegruppen, wie der in Lehrte-Burgdorf. Erfahrungsaustausch, Beratung, Ermutigung. Das sind die wichtigsten Faktoren. "Man kann untereinander über Probleme sprechen. Man muss sich und seine Einschränkungen nicht erklären. Es ist einfach eine schöne Gemeinschaft", so Weber. Aus eigener Erfahrung könne Weber sagen, dass Kontakte zu Freunden und Bekannten nach einem Schlaganfall abbrechen können. Das passiere von beiden Seiten aus. "Die Selbsthilfegruppe ist eine tolle Möglichkeit, Kontakte zu pflegen, aus denen auch schon viele Freundschaften entstanden sind", freut sich Weber.

Mit rund 40 Mitgliedern hat er sich auf den Weg nach Coppenbrügge gemacht, um das Krankenhaus Lindenbrunn zu besuchen. Der Kontakt zum Lindenbrunn besteht bereits seit über 10 Jahren. Nach ein paar grundlegenden Informationen über das Haus und die Behandlungsmöglichkeiten werden auch Anregungen zur körperlichen Fitness nach einem Schlaganfall gegeben. Ein Rundgang durch den Lindenbrunn rundet den informativen Tagesausflug der Gruppe ab.

Die Selbsthilfegruppe um Ullrich Weber besucht regelmäßig Rehabilitationseinrichtungen. "Wir wollen unseren Mitgliedern die Angst vor bevorstehenden Reha-Aufenthalten nehmen. Zudem lernen wir so neue Behandlungsmethoden kennen, die wir als Multiplikatoren auch an andere Selbsthilfegruppen weitertragen können." Neben den monatlichen Gruppentreffen und Tagesausflügen bietet die Selbsthilfegruppe ihren Mitgliedern auch Hirnleistungstraining an und organisiert Kreativkurse. "Die Selbsthilfe und der Austausch sind sehr wichtig."

Die Vernetzung der Selbsthilfegruppen untereinander erfolgt über den Landesverband. Er vertritt auch die Interessen der Mitglieder gegenüber z. B. der Politik und der Krankenkassen.




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