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9. Palliativmedizinische Versorgung in der Geriatrie

In der Palliativmedizin werden Patienten mit nicht heilbaren, progredienten und weit fortgeschrittenen Erkrankungen sowie begrenzter Lebenserwartung behandelt; das Hauptziel der Begleitung ist die Verbesserung der Lebensqualität (WHO 1994).

Entsprechend dieser Idee ist es einleuchtend, dass sich in der Geriatrie auch Patienten befinden, die vergleichbare Krankheitsbilder aufweisen. Hier seien z. B. Patienten im Endstadium einer Demenz mit akutem Infekt erwähnt.

Auch der interdisziplinäre Behandlungsansatz der Palliativmedizin ist der Geriatrie in ihrem ebenfalls grundsätzlich interdisziplinären Herangehen an den Patienten sehr ähnlich. Die Zusammensetzung des interdisziplinären Teams ist weitgehend identisch zwischen beiden Bereichen.

Rehabilitation, ein integraler Bestandteil geriatrischer Behandlung, gilt neben Symptomkontrolle sowie der Kommunikation und Spiritualität als eine der Säulen palliativmedizinischer Arbeit.

Dennoch sind Geriatrie und Palliativmedizin keineswegs deckungsgleich. Im palliativmedizinischen Ansatz sind viele Erfahrungen aus der Geriatrie unerlässlich, dies betrifft insbesondere Erfahrungen zur Symptomkontrolle bei kognitiv Eingeschränkten, aber auch zur speziellen Präsentation von Erkrankungen und zu pharmakologischen Besonderheiten. Andererseits umfasst Palliativmedizin natürlich das gesamte Altersspektrum von Patientinnen und Patienten.

Eine Integration von Palliativmedizin in geriatrische Behandlungsstrukturen ist sicher überlegenswert, da sich hier zahlreiche Synergieeffekte ergeben. Andererseits bedeutet dies eine zusätzliche Erweiterung des weiten Bogens von der Akutmedizin über die Frührehabilitation und Rehabilitation bis hin zur Palliativmedizin.

Grundsätzlich gilt: Geriatrische Patienten in der Palliativmedizin erfordern geriatrisches und palliativmedizinisches Fachwissen, unabhängig davon, ob ein Tumorleiden vorliegt oder nicht. Somit benötigen Geriater und das gesamte Team zur Behandlung geriatrischer Palliativpatienten zusätzlich palliativmedizinisches Fachwissen. Palliativmediziner (und das gesamte Team) benötigen andererseits zur Behandlung geriatrischer Palliativpatienten zusätzlich geriatrisches Fachwissen.

Vergleichbares gilt für die Strukturen. Auch hier ist eine Anpassung geriatrischer Strukturen an Palliativpatienten erforderlich, ebenso sind übliche palliativmedizinische Strukturen nicht automatisch für geriatrische Patienten sinnvoll.

Landesweit strukturierte sich in jüngster Vergangenheit die Palliativmedizin und sieht nunmehr ein Netzwerk regionaler Palliativstützpunkte vor. Nicht in jeder Klinik wird ein solcher Stützpunkt etablieren werden können bzw. sollen, sondern nur in jeder der landesweit definierten Versorgungsregionen.

Für eine enge Kooperation zwischen Palliativmedizin und Geriatrie gibt es in Niedersachsen erfolgreiche Beispiele (Lingen, Osnabrück). Sofern eine direkte Zusammenarbeit bzw. die Integration beider Bereiche vorliegt, ist für die Geriatrie in jedem Fall eine enge Zusammenarbeit mit der regional vorhandenen palliativmedizinischen Einrichtung erforderlich, ebenso wie die enge Zusammenarbeit mit Einrichtungen der ambulanten und stationären Hospizarbeit.



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Palliativmedizinische Versorgung in der Geriatrie