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Beschwerden bei Parkinson-Syndromen

Parkinson gehört zu den häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Allein in Deutschland gibt es mehr als 250.000 betroffene parkinsonerkrankte Menschen. Die Beschwerden sind von Patient zu Patient unterschiedlich. Hier geben wir einen Überblick, welche motorischen und nicht-motorischen Beschwerden auftauchen können.
 
Wichtig: Nicht jeder Patient bekommt alle Beschwerden. Manche Patienten bekommen z. B. nie einen Tremor, bei anderen hingegen ist der Tremor das störendste Problem. Es gibt bei einem Morbus Parkinson drei motorische Kardinalsymptome: Akinesie/Bradykinesie (fehlende, bzw. langsame und kleine Bewegungen), Rigor (Steifigkeit der Muskulatur), Tremor (Zittern). Im Verlauf kommt häufig eine posturale Instabilität (Störung des Gleichgewichts) hinzu.
Wichtig: Nicht jeder Patient bekommt alle Beschwerden. Einige Beschwerden können bereits vor Auftreten der motorischen Beschwerden vorhanden sein (bei einem Morbus Parkinson häufig Depression, Riechstörung, Obstipation, REM-Schlaf-Verhaltensstörung), während andere erst im Verlauf der Erkrankung auftreten.
Demenz
Tritt in bis zu 50% der Fälle im Verlauf der Erkrankung auf. Das Gedächtnis ist weniger betroffen als bei der Alzheimer-Erkrankung. Vielmehr ist das logische Planen gestört und das schnelle Umschalten zwischen zwei unterschiedlichen Aufgaben.
Depression/Angststörung
Die Stimmung ist bei Parkinson-Patienten für die Lebensqualität von ebenso großer Bedeutung wie eine gute Beweglichkeit. Die Depression kann bereits einige Jahre vor Beginn der motorischen Beschwerden auftreten und gehört somit zu den Frühsymptomen.
Halluzinationen/Psychose
Diese Beschwerden sind oft assoziiert mit der Einnahme der Antiparkinson-Medikamente und reichen von Albträumen über das Sehen von nicht anwesenden Menschen bis hin zu Wahnvorstellungen (betreffen oft die Treue des Ehepartners oder die Angst vor Medikamentenvergiftungen).
Riechstörung (Hyposmie)
Bei Rauchern und häufigen Entzündungen der Nasennebenhöhlen kann das Riechvermögen beeinträchtigt sein. Lassen sich keine Ursachen eruieren, dann könnte eine Parkinson-Erkrankung dahinter stecken, denn die Riechstörung ist ein Frühsymptom der Erkrankung.
Schlafstörungen
Der Schlaf kann aufgrund von Albträumen, bei Depression oder durch häufigen Harndrang gestört sein. Ein weiteres Symptom kann die als Frühsymptom auftretende REM-Schlaf-Verhaltensstörung sein, bei der Träume mit Schreien und Um-sich-Schlagen ausgelebt werden. Auch ein Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine) tritt nicht selten bei einer Parkinson-Erkrankung auf.
Schmerzen
Noch vor Diagnose der Erkrankung klagen viele Patienten über Schmerzen im betroffenen Arm. Ursache ist häufig eine Steifigkeit im betroffenen Arm mit Minderbewegung der Schulter und nicht wie zunächst häufig vermutet eine Arthrose. Auch Rückenschmerzen sind nicht selten.
Blutdruckregulationsstörungen
Der Blutdruck im Liegen ist häufig erhöht. Beim schnellen Aufstehen hingegen sackt der Blutdruck bei einigen Patienten so stark ab, dass Schwindel auftritt oder es zur Bewusstlosigkeit kommen kann.
Störung der Magenentleerung
Antiparkinson-Medikamente werden erst im Darm in das Blut aufgenommen. Öffnet sich der Magen-Pförtner nur verlangsamt, wie bei der Parkinson-Erkrankung, so kann die Wirkung der Medikamente unzuverlässig werden.
Verstopfung (Obstipation)
Rückblickend ist eine Obstipation oft bereits Jahre vor Beginn der motorischen Beschwerden vorhanden.
Blasenfunktionsstörung
Der häufige Drang, jederzeit schnell zur Toilette gehen zu müssen, obwohl die Blase nur zum Teil gefüllt ist, kann die Lebensqualität stark einschränken.
Erektionsstörungen
Patienten berichten selten hierüber, Ärzte fragen selten nach. Erektionsstörungen und weitere Störungen der Sexualität beim Parkinson sind eher unterdiagnostiziert.
Hypomimie
Der Lidschlag ist vermindert, die Mimik weniger lebhaft. Manchmal wird hier vom Maskengesicht gesprochen.
Sprechstörung (Dysarthrie)
Das Sprechen kann leiser und schlechter verständlich sein (nuschlig). Die klare Trennung von einzelnen Sätzen ist erschwert.
Schluckstörung (Dysphagie)
Ursache einer Schluckstörung ist oft eine Steifigkeit der Muskulatur im Rachen. Nicht selten kommt es dann zum vermehrten Speichelaustritt aus dem Mund, weil nicht häufig genug geschluckt wird.
Steifigkeit der Muskulatur (Rigor)
Alle Muskeln können betroffen sein. Oft beginnen die Beschwerden in einem Arm, der dann beim Gehen weniger mitschwingt.
Kamptokormie
Der Rumpf kann stark vorgebeugt sein, bei einer schrägen Vorbeugung spricht man auch vom Pisa-Syndrom. Ursache ist oft eine Schwäche der Rückenmuskulatur.
Gangstörung (posturale Instabilität)
Der Gang kann kleinschrittig und mühsamer werden. Bei einer Störung des Gleichgewichts wird das Umdrehen schwieriger und die Gefahr von Stürzen steigt.
Reduzierte Feinmotorik
Sich wiederholende Bewegungen werden langsamer und schwieriger, z. B. das Eindrehen einer Glühlampe. Auch feinmotorische Tätigkeiten wie das Zuknöpfen eines Hemdes oder das Binden der Schuhe werden schwieriger.
Mikrographie
Die Schrift beim Schreiben wird kleiner. Wer schon immer klein geschrieben hat, kann aufatmen, aber bei wem die Schrift über Monate und Jahre hinweg immer kleiner wird, der könnte an einer beginnenden Parkinson-Erkrankung leiden.
Zittern (Tremor)
Das Zittern tritt in Ruhe auf, wenn die Hand nichts macht, und lässt oft bei Tätigkeiten mit der Hand nach. Ein Tremor wird oft sehr früh bemerkt, während eine Steifigkeit oder Verlangsamung länger unbemerkt bleiben kann.

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