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20.04.2018

Finger-Tai Chi und Musiktherapie begeistern Forumsteilnehmer

Rund 550 Patienten und Angehörige nehmen Vortragsangebot zum Thema Parkinson an
 
Zum dritten Mal veranstaltet das Krankenhaus Lindenbrunn in Coppenbrügge zum Welt-Parkinson-Tag einen Informationstag mit Vorträgen rund um die Parkinson-Erkrankung im Weserbergland-Zentrum in Hameln. Erstmals hat sich das Forum über zwei Tage erstreckt. Am Freitag, den 13. April 2018, ging es um die atypischen Parkinson-Syndrome. Am Tag darauf, am Samstag, den 14. April 2018, stand wie die Jahre zuvor, der Morbus Parkinson im Vordergrund. An beiden Tagen haben Parkinson-Experten aus dem Lindenbrunn neue Therapiemöglichkeiten vorgestellt, nützliche Hilfsmittel im Alltag aufgezeigt sowie über die neue medizinische Erkenntnisse unterrichtet. Das kostenfreie Informationsangebot ist speziell für Betroffene und Angehörige konzipiert.

Die atypischen Parkinson-Syndrome stellen die Mediziner und Therapeuten vor eine besondere Herausforderung. Schluckstörungen und Störungen in der Gangsicherheit treten besonders häufig auf. Deshalb wurde an diesem Tag besonders viel Wert darauf gelegt, diese beiden Themen aufzugreifen. Hendrik Dreißig, stellv. Leiter der Sprachtherapie und Leiter des Dysphagiezentrum Lindenbrunns, hat wertvolle Tipps zum Schluckakt gegeben. Zudem wurden Hilfsmittel im häuslichen Umfeld und Alltagshilfen von Gerrit Hirsch, Therapieverantwortlicher, und Vanessa Wildhage, Leiterin Ergotherapie, vorgestellt. Christine Jonas, Parkinson Nurse und Mitarbeiterin der Pflegeüberleitung, hat den Teilnehmern nahe gebracht, wo und wie Hilfsmittel beantragt werden können. Im Anschluss daran hat Prof. Dr. med. Christian Winkler PhD, Neurologie-Chefarzt und Parkinson-Experte, über Untersuchungsmöglichkeiten bei atypischen Parkinson-Syndromen gesprochen. Im abschließenden Vortrag hat sich die Deutsche PSP-Gesellschaft als Patientenorganisation für PSP-Patienten vorgestellt.

Am Samstag, den 14. April 2018, hat Prof. Dr. med. Lars Tönges, Oberarzt der Neurologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum und des St. Josef Hospitals, neue Erkenntnisse aus der Forschung mit den Teilnehmern geteilt. Er hat Ursachen für das Absterben der Dopamin-Zellen diskutiert und mit welchen Ansätzen dies verhindert werden könnte.  Als nächstes hat Vanessa Wildhage, Leiterin der Ergotherapie, den vollbesetzten Vortragssaal zum Mitmachen animiert. Sie hatte Fingerübungen mitgebracht, sogenanntes Finger-Tai Chi, und diese Übungen mit den Teilnehmern im Saal ausprobiert. Neurologie-Fachärztin Nina Klemp hat über den Blutdruck gesprochen, der bei Parkinson-Patienten oft variabler ist als bei gesunden Personen, und wichtige Tipps gegeben, wie man einem zu niedrigen Blutdruck vorbeugen kann. Bert Krah-Müller, Klinischer Neuropsychologe, ist noch näher auf die nicht-motorischen Beschwerden Depression und Gedächtnisstörung eingegangen, die bei Patienten mit Parkinsonerkrankung zu ähnlichen Symptomen führen können. In einer neuropsychologischen Untersuchung kann eine Ursache gefunden werden und in Kombination mit Psychotherapie kann eine Verbesserung der Lebensqualität erzielt werden. Laut wurde es bei dem Vortrag der Klinischen Musiktherapeutin Anna Bartels. Mithilfe von Rhythmen hat sie demonstriert, wie sie Musik in der täglichen Therapie mit den Patienten einsetzt. Parkinson-Patienten fehlt der innere Rhythmus. Klatschen, Singen, Klopfen helfen während der Therapiestunde den Takt wiederzufinden. Eindrucksvoll daran ist, dass viele der Patienten bereits nach der ersten Therapiestunde merklich schneller und besser gehen. Eine regelmäßige Wiederholung sei aber notwendig, um einen langanhaltenden Erfolg zu erzielen.
Die Krankheit kann nicht aufgehalten werden, daher ist es attraktiv die verlorengegangenen Dopamin-Zellen zu ersetzen. Prof. Dr. med. Christian Winkler PhD hat sich über viele Jahre mit der Neurotransplantation beschäftigt, die derzeit bei Patienten in England und Schweden durchgeführt wird. Die momentan zur Verfügung stehenden Stammzellen sind aber ethisch problematisch, so dass neue Formen von Stammzellen erprobt werden müssen.

Zusätzlich zu den Fachvorträgen konnten sich die Teilnehmer an den Informationsständen im Foyer zu informieren. Neben dem Krankenhaus Lindenbrunn haben sich auch die Deutsche Parkinsonvereinigung e. V., die Deutsche PSP-Gesellschaft e. V. und die Hilde-Ulrichs-Stiftung für Parkinsonforschung in ihrem Wirken vorgestellt.

Winkler freut sich, dass die Patienten und Angehörige dieses Forum so gut annehmen: „An beiden Tagen waren es insgesamt rund 550 Personen, die an den Vorträgen teilgenommen haben. Ich habe viel positives Feedback erhalten."

Freitag, 13. April 2018




Samstag, 14. April 2018



© Angelika Ullmann




© Angelika Ullmann

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