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Schmerztherapie

Ein Schwerpunkt der Neurologischen Klinik ist die Schmerztherapie. Hierfür ist zum einen eine Spezialambulanz eingerichtet, in der Patienten mit chronischen Schmerzen oder mit Kopfschmerzen auf Überweisung von Neurologen oder Schmerztherapeuten ambulant betreut werden können. Zum anderen besteht die Möglichkeit zur stationären multimodalen Schmerztherapie.

Multimodale Schmerztherapie dient der Behandlung chronischer bzw. chronisch wiederkehrender Schmerzen. Sie kann durchgeführt werden, wenn trotz ambulanter Behandlung die Beeinträchtigung durch Schmerzen nicht gelindert werden kann. Multimodale Schmerztherapie bedeutet körperliches, gedankliches und verhaltensbezogenes Üben unter ärztlicher Kontrolle. Alle Therapeuten arbeiten nach einem gemeinsamen Konzept.

Die stationäre multimodale Schmerztherapie findet in der Regel über drei Wochen statt. Innerhalb eines strukturierten Tagesablaufes absolvieren die Patienten einen individuell erstellten Behandlungsplan. Ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Psychologen, examinierten Pflegekräften, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten führt die Behandlungen durch. Sämtliche Möglichkeiten der neurologischen Diagnostik inklusive CT können dabei eingesetzt werden. Bei Bedarf und Vorliegen der Voraussetzungen kann auch eine schmerzbezogene Rehabilitationsbehandlung durchgeführt werden.

Innerhalb der Schmerztherapie stellen Kopfschmerzen ein besonderes Spezialgebiet dar. Weiterhin werden insbesondere folgende Schmerzsyndrome behandelt:

  • Neuropathische Schmerzen
  • Zentrale Schmerzen
  • Komplexes regionales Schmerzsyndrom
  • Analgetikaübergebrauch
  • Rückenschmerzen


Ursachen

Es gibt viele unterschiedliche Ursachen für chronische Schmerzen. So können chronische Krankheiten wie z.B. Rheuma oder Nervenverletzungen, entzündliche oder stoffwechselbedingte Nervenerkrankungen, Verschleißerkrankungen von Gelenken und der Wirbelsäule chronische Schmerzen verursachen. Bei den primären Kopfschmerzen stellen diese bereits die eigentliche Erkrankung dar.

Angst, durch Alltagsbelastungen den Körper weiter zu schädigen, führt bei vielen Patienten dazu, eine Schonhaltung einzunehmen. Die daraus folgende Schwächung von Muskeln, Gelenken und anderen Systemen verstärkt die chronischen Schmerzen. Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen können die Schmerzverarbeitung beeinträchtigen und zu chronischen Schmerzen beitragen. Psychische Belastungen können sich auch in körperlich erlebten Schmerzen ausdrücken. Wichtig zu wissen: Chronische Schmerzen sind niemals "eingebildet", sondern eine wirkliche Erfahrung der Betroffenen.

Behandlung

In der Neurologischen Klinik werden die Patienten zu Beginn in der Schmerzambulanz untersucht. Hierzu ist die Überweisung von einem niedergelassenen Neurologen oder Schmerztherapeuten erforderlich. Aufgabe ist zunächst, eine differenzierte Diagnostik der möglichen Schmerzursachen durchzuführen. Dabei werden sowohl die somatischen als auch die psychischen und sozialen Belastungen als Folge einer Erkrankung berücksichtigt. Darüber hinaus müssen die Zusammenhänge, die für die Entstehung und Aufrechterhaltung der Schmerzen verantwortlich sein können, ermittelt werden.

Zur ambulanten Erstvorstellung sind bitte sämtliche vorherigen Untersuchungsergebnisse mitzubringen. Erst dann kann über notwendige Zusatzuntersuchungen entschieden werden. Apparative Diagnostikverfahren werden in der Klinik selbst durchgeführt, soweit dies möglich ist. Ansonsten werden fachärztliche Untersuchungen in anderen Praxen durchgeführt. Anschließend wird ein auf den Einzelfall zugeschnittener Behandlungsplan erarbeitet. Das kann die regelmäßige Behandlung beim Hausarzt oder in der Schmerzambulanz sein. Für andere Patienten hingegen kann eine stationäre Aufnahme hilfreich sein. Wieder andere Patienten werden aufgrund der Eingangsuntersuchung an andere Spezialisten verwiesen.

Um einen eigenverantwortlichen Umgang mit dem Schmerz zu entwickeln, sollen neue Verhaltensstrategien im Alltag etabliert werden, außerdem müssen fundierte Kenntnisse über die somatischen und psychischen Vorgänge bei der Schmerzentstehung vermittelt werden. Dies gelingt in einem stationären Rahmen häufig besser. Auch muss stationär gelegentlich von einem Übergebrauch von Schmerzmitteln entzogen werden. Schmerzfreiheit kann dabei nicht immer erreicht werden. Es wird jedoch mit jedem Patienten ein realistisches Behandlungsziel erarbeitet. Die Einengung auf den Schmerz kann sich verlieren, je besser es gelingt mit ihm umzugehen.

Die Schmerzambulanz steht all denjenigen Patienten offen, die aufgrund ihrer chronischen Schmerzen einer dauerhaften Behandlung bedürfen. Das Angebot der Schmerzambulanz umfasst

  • Differenzialdiagnostik unklarer chronischer Schmerzsyndrome
  • Aufklärung über die verschiedenen Formen chronischer Schmerzen
  • Differenzielle pharmakologische Behandlung incl. Behandlung mit Botulinumtoxin
  • Periphere Nervenblockaden
  • Wohnortnahe Vermittlung von Behandlungsmaßnahmen

Ihr Ansprechpartner


Prof. Dr. med. Dr. phil.

Stefan Evers

Chefarzt Klinik für Neurologie

Tel.: 05156 / 782-290
Fax: 05156 / 782-288
neurologie@krankenhaus-lindenbrunn.de

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